Hallo Provinz

Dein Zustand ist kritisch. Deshalb musst du kritisiert werden, in der Hoffnung, dass aus dir vielleicht doch noch eine kritische Provinz wird.

Dies ist der letzte Versuch einen kritischen Einfluss auf die sog. „linke“ Szene in Rostock (und ggf. auch Umgebung) zu nehmen. Rostocks „Linke“ möchte seine ruhe, möchte sein Süppchen so kochen, wie es rostocker_innen Linken gut schmeckt. Dass es jedoch nicht allen schmeckt interessiert keine_n der Köche_Köchinnen.

Daher scheint es mehr als notwendig und an der Zeit endlich einen Diskurs zu führen. Sollte auch dieser nicht geführt werden wollen oder totgeschwiegen werden, soll dies wenigstens ein Manifest der Solidarität mit all denen sein, die seit Jahren gegen Windmühlen kämpfen oder bereits resigniert haben. Sollte dieser Versuch allerdings (zugegebener Maßen wider Erwarten) nicht nur ein letzter ohnmächtiger Verzweiflungsakt sein, sondern etwas positives bewirken können – wobei bereits jede kritische Stimme, die sich hiervon angesprochen und bestätigt fühlt als Erfolg zu werten wäre –, dann kann das Ziel nur darin bestehen ein Bewusstsein von dem zu vermitteln, was ein kritischer Geist und was eine radikale Kritik des Bestehenden sein könnte, den Finger an der Stelle in noch zu öffnende Wunden zu legen, an welchen die sog. „radikale Linke“ praktisch wie theoretisch im bestehenden verharrt oder mit anderen Worten gesprochen: nicht fähig ist, ihre eigene Rolle und ihr Handeln kritisch zu reflektieren, neu zu bewerten und immer auch bereit zu sein, sich neu auszurichten.

Wir wissen, dass es da draußen in Rostock und Mecklenburg-Vorpommern wenigstens noch ein paar Menschen gibt, denen die gekochte Suppe genau so wenig schmeckt wie uns. Diese auszulöffeln, nachdem wir sie versalzen haben, sollte unserer Meinung nach jedoch auch Aufgabe derer sein, welche die „Szene-Zustände“ seit längerem produzieren und reproduzieren. Daher ist dies auch gleichzeitig als Aufforderung an jede_n einzelne_n zu verstehen, der_die sich im rostocker Szenefilz bewegt, das komplette eigene „Szenehandeln“ in Frage zu stellen, sich an einem Diskurs zu beteiligen, um vielleicht einen neuen emanzipativ-progressiven Geist innerhalb der linken Szene zu beleben.

Auf dass an dieser Stelle viele brauchbare Gedanken veröffentlicht werden und die größenwahnsinnige Idee, dass alles doch irgendwann besser sein könnte, nie vergeht.


15 Antworten auf „Hallo Provinz“


  1. 1 pepe 21. Januar 2012 um 12:27 Uhr

    tach, klingt ja interesant!
    meine farge ist nur ob nun noch mehr kommt oder ob es bei dem eröffnungstext bleibt? hier ist nichts wo rauf ich bezug nehmen könnte, also ich bin gespannt und warte auf antwort.

  2. 2 jarald hunke 21. Januar 2012 um 13:36 Uhr

    Dem kann ich nur zustimmen… kommt da noch was?

  3. 3 Pritische Krovinz 21. Januar 2012 um 13:42 Uhr

    Es wäre schön, wenn auch konkrete Punkte angesprochen werden würden, denn auf abstrakte Vorwürfe kann nur schlecht eingegangen werden.
    Ebenso hoffe ich, dass sich die Kritik abseits eines Niveaus „kritischer Kritik“ bewegen wird, die nichts zustande bringt und bestenfalls nur von einer verkürzten Marx- und Adorno-Lektüre herrührt.

  4. 4 jarald hunke 21. Januar 2012 um 16:22 Uhr

    Naja, dort steht die Rostocker Szene sei im übertragenen und zugespitzen Sinne verschworene Inzuchtbande nach Nordkoreanischem Modell… isoliert, homogen und von gestern :P

    Das Problem dabei ist, wie Pepe bereits sagte, es wird nichts angeführt auf das mensch hier eingehen könnte.

    Ich mein, ich könnte mich auch hinstellen und sagen: „Der Vatikan ist sowas von uncool… wie kann er nur so dermaßen uncool sein und das noch nicht einmal merken? So eine krasse Uncoolness haben wir schon ewig nicht mehr gesehen“.
    Das wäre dann durchaus richtig, nur hätte mensch dann immer noch nichts benannt, woran diskutiert werden könnte bzw. wodurch der vorwurf irgendwie untermauert werden könnte.

    Marx & Adorno bedarf es dazu gar nicht. Obwohl ein Adorno-Diskussionsblog bei weitem lustiger wäre als ein kühe, leuchttürme ostdeutschland-blog.

  5. 5 lieferant 21. Januar 2012 um 20:44 Uhr

    Wer anbietet muss auch liefern.

  6. 6 Großstadtrevier 22. Januar 2012 um 1:07 Uhr

    Die Forderung nach Selbstreflektion und der Wunsch nach Diskurs sind begrüßenswert, die Frage ist, neben den bereits geäußerten Wünschen nach Konkretem, aber ob ein solcher Blog wirklich das angemessene Medium ist.
    Eine Diskussion und eine Reflektion der eigenen Standpunkte sollte vielmehr außerhalb der Anonymität der Blogsphäre stattfinden, und zu gleich auch nicht in aller Öffentlichkeit geschehen.
    Wenn es also um mehr gehen soll, als um „Szenebashing“ sollte neben der Frage, was genau zu kritisieren der Wunsch ist, auch die Frage auftreten, wie dieses stattfinden soll.
    Und Rostock ist doch etwas mehr als Provinz, aber das nur so nebenbei ;)

  7. 7 Piete Bochè 22. Januar 2012 um 4:23 Uhr

    @Großstadtrevier
    Wir haben hier zum Beispiel ein Maislabyrinth!

  8. 8 Laismarybinth 22. Januar 2012 um 15:19 Uhr

    Bei einer Diskussion über szeneinterne Zustände muss, wie bereits oben angemerkt, natürlich bedacht werden, dass gewisse Teile dieser Diskussion nicht öffentlich geführt werden können.
    Daneben lässt sich festhalten, dass offenbar durchaus reger Diskussionsbedarf in Rostock besteht, der aber nicht durch hohle Phrasen gestillt werden kann, da müssten schon konkrete Punkte folgen. In diesem Zusammenhang muss sowohl das Thema als auch der Personenkreis eingeschränkt werden. „Wer soll mit wem über was diskutieren?“ lautet die entscheidende Frage.
    Wird diese nicht beantwortet, bleibt es bei konzeptlosem Geschwafel, dass nicht über die aktuelle „Diskussion“ in den Kommentaren hinausführt. Das wäre allerdings mehr als schade.

  9. 9 @ piete 22. Januar 2012 um 19:53 Uhr

    das ist schon rövershagen! oder?

  10. 10 Piete Bochè 22. Januar 2012 um 20:24 Uhr

    das gehört doch aber zur „Regiopole“ Rostock

  11. 11 Pensurzrovinz 22. Januar 2012 um 23:10 Uhr

    Na, wieso werden sachliche Beiträge zur Diskussion nicht freigeschaltet?

  12. 12 Administrator 27. Januar 2012 um 16:50 Uhr

    @ Pensurzrovinz

    Allgemein werden erstmal alle Kommentare freigeschaltet, so lange sie nicht durch den Spamfilter abgefangen werden. Das einzige was bis jetzt nicht freigeschaltet wurde, war ein Doppelpost. Dass ein Beitrag nicht sofort als Kommentar sichtbar wird, kann auch daran liegen, wenn jemand von einer black-gelisteten IP-Adresse aus schreibt. Genau das traf auch auf deinen letzten Post zu, weshalb ich ihn eben erst im Spamordner gefunden habe. In dem Fall kann das dann ein wenig dauern, bis auffällt, dass es Kommentare gibt, die gefiltert wurden.

    Aber vermisst du denn noch einen Beitrag? Jetzt müsste nämlich wieder alles freigeschaltet sein.

  13. 13 antifaobermacker 28. Januar 2012 um 0:40 Uhr

    am besten ist einfach leute ansprechen, sich mal was trauen. und dann aber auch kritik einstecken können. internetgelaber. so wird kein einfluss genommen auf irgendwas. ich finds höchst kritisch wie hier geschrieben wird. vermeintliche szenekenner….klingt eher nach frustrierten leuten die scheinbar keinen anklang gefunden haben. jetzt wäre ja die frage wen es hier zu kritisieren gilt. ganz cool reflektiert und emanzipiert in lila nach anklam, die werden sich was ärgern die nazis da, voll die gute kritik die sie zu spüren bekommmen, das setzt ihnen so richtig zu. und dann explodieren ihre gehirne wenn ihnen verklickert wird wie völlig falsch sie liegen und wir ja voll die besseren lila argumente haben. yeah.

  1. 1 Vom Teil des Problems zum Teil einer Lösung « kritische provinz Pingback am 10. Februar 2012 um 18:30 Uhr
  2. 2 Gastbeiträge erwünscht « kritische provinz Pingback am 24. März 2012 um 20:38 Uhr
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