Kritische Anmerkungen zu einer gelungenen Antifa-Demo

Wie man verschiedenen regionalen Internetportalen sowie den Regionalzeitungen entnehmen konnte, kam es in der Nacht vom 22. auf den 23.01. in der rostocker KTV zu einem Buttersäureanschlag auf die Häuser des Awiro e.V..1 In der Vergangenheit wurde das Projekt bereits mehrfach zum Objekt rechter Angriffe, so auch im vergangenen Jahr, als ein Briefkasten des Hauses „gesprengt“ wurde, ohne dass es darauf größere öffentlichkeitswirksame Reaktionen gegeben hätte. Ganz anders dieses mal. Gestern, zwei Tage nach dem Anschlag, fand in Rostock eine Solidaritätsdemonstration statt, an der trotz der kurzen Mobilisierungszeit nach Angaben der Veranstalter_innen etwa 400 Menschen teilnahmen.

Im Allgemeinen kann als positiv hervorgehoben werden, dass es selbst in einem sonst so flauen Brachland wie MV möglich ist, innerhalb so kurzer Zeit eine so große Szenesolidarität abzurufen. Denn 400 Leute bei Minusgraden auf die Straße zu bekommen, ist für MV keine Selbstverständlichkeit, auch wenn das gestern in Rostock vielleicht anders ausgesehen haben mag. Ebenfalls durchaus positiv war, dass sich einige teilweise sonst sehr martialisch und dominant-männlich gebärdende Antifas2 einigermaßen zurückhielten und sich um einen eher vermittelbaren Habitus bemühten. Dass es natürlich trotzdem eine habituell männlich geprägte „Autonome-Antifa-Demo-Spitze“ gab, ist wohl überflüssig zu erwähnen.

Was blieb war jedoch ein Zeichen, dass Opfer neonazistischer Gewalt nicht alleine darstehen.

Leider wurde dieses Zeichen jedoch bereits mit dem Aufruf im Voraus einigermaßen relativiert. Zwar wäre eine Kritik alleine an einem Aufruf, der nur innerhalb eines Tages verfasst werden konnte, ein wenig überzogen und fast grotesk. Da das inhaltlich kritische jedoch über die Demonstration selbst verbreitet wurde, scheint es doch geboten zu sein, die Dinge beim Namen zu nennen.

Zum einen wäre da bereits der Slogan der Mobilisierung, der auch gleich im Aufruf zum eigentlichen Argument gegen Neonazigewalt gemacht und später auch auf der Demonstration als einer der „Aufhänger gegen Nazis“ reproduziert wurde. Die Rede ist von der Phrase „Das Viertel ist sich einig… Zusammen gegen Nazigewalt“3, welche, in Zeiten von Corporate Design nicht anders zu erwarten, auch auf dem Fronttransparent der Demo durch die Stadtmitte und die KTV getragen wurde.4

Mit diesem Slogan werden zweierlei Dinge impiziert.
Zum einen suggeriert es eine mehrheitliche, wenn nicht sogar absolute Einigkeit darüber, dass „das Viertel“ (hier als die KTV verstanden) „Nazifrei“ sein sollte. Mal abgesehen davon, dass das wohl nicht mehr als ein rhetorischer Werbetrick sein sollte, ergibt sich noch eine ganz andere Problematik. Denn wer so argumentiert, impliziert auch den Umkehrschluss, der bedeutet, dass dort, wo Neonazis geduldet oder sogar in der Mehrzahl sind, diese auch prinzipiell Legitimität besäßen. Dabei sollten Mehrheitsargumente eigentlich eher unter den Autoritätsargumenten entsorgt werden – und eine Antifa-Demo sollte gerade auch dort stattfinden, wo es eben keinen „Anti-Nazi-Konsens“ gibt. Aber nochmal, dass es keine Missverständnisse gibt: das ist kein Argument gegen die gestrige Demo, sondern lediglich dagegen, wie sie begründet wurde. Nämlich so, als ob es irgendwie „richtiger“ wäre mit einem ganzen Viertel gegen Neonazis zu demonstrieren, als mit fünf Personen oder auch nur mit den Bewohner_innen des Awiro.
Zum anderen – und das ist die zweite problematische Implikation des Slogans – wird die KTV als „alternatives“ oder gar „linkes Szeneviertel“ romantisiert und ansatzweise auch homogenisiert. Dass diese angebliche „antifaschistische Zone“ jedoch kein Automatismus ist, der einfach dadurch einsetzt, dass im Stadtteil auch Antifa-Aktivist_innen leben, sollte wohl einleuchten. Und so macht es eben doch einen Unterschied, ob man lediglich „autonomer Antifaschist, Fußballfan oder Studentin“5 ist oder gleichzeitig auch das Ideal von einem emanzipierten Individuum vertritt. Denn – man glaubt es kaum – auch am Campus in der KTV und in der „alternativen Kneipe“ findet man alle möglichen Formen von Rassismen (und anderen Diskriminierungsformen). Dieser alltägliche Zustand, sollte gerade auch immer mit gedacht werden, wenn es „gegen Nazis“ geht. Denn auch diese können nicht losgelöst von gesellschaftlichen Verhältnissen betrachtet werden. Diesen Zusammenhang zu denken bedeutet für uns Antifaschismus und muss sich somit auch immer in einer Opposition zur Gesellschaft in ihrer aktuellen Organisation ausdrücken.
Sollte dieses (unser) Antifa-Verständnis jedoch von dem der Demonstration und deren Veranstalter_innen abweichen und von diesen lediglich eine „Anti-Nazi-Einigkeit“ im Viertel gemeint sein, so kann man nur sagen, ja ihr habt recht. Bestimmt gibt es so etwas wie eine mehrheitliche „Anti-Nazi-Einstellung“. Wer jedoch ausschließlich gegen ein Symptom kämpft, wird dieses niemals endgültig besiegen können. In diesem Fall wäre die Demo nichts weiter als ein nettes Zeichen für die direkten Betroffenen und ein traditionelles Spektakel für alle anderen gewesen.

Ein letzter kritisch zu würdigender Punkt des Aufrufs, aber noch expliziter der Demonstration selbst, ist, dass hier der ehemals von und für Neonazis betriebene und seit dem Jahr 2010 geschlossene KTV-Laden „East Coast Corner“ als positive Errungenschaft antifaschistischen Engagements angeführt wurde – sozusagen als positives Identifikationsmoment für alle Antifaschist_innen. Es ist zwar richtig, dass der Laden nach einem lang und teilweise offensiv geführten Kampf durch Antifaschist_innen und auch „gegen Nazis“ eingestellten Nachbar_innen dicht gemacht wurde und dafür darf man sich auch ruhig auf die Schultern klopfen. Andererseits sollte auch nicht vergessen werden, dass etwa zur gleichen Zeit ein neuer „Naziladen“ in Dierkow eröffnete. (Aber vielleicht spielt das ja auch deshalb keine so große Rolle, weil Dirkow scheinbar weit weg von der eigenen Antifa-Homebase liegt?) Was ebenfalls noch kritisch erwähnt sein sollte, ist der Umstand wie der „East Coast Corner“ geschlossen wurde. Denn auch hierbei sollte nicht vergessen, romantisiert oder sogar verherrlicht werden, dass dieser samt dem Inventar (nicht, dass es schade hierum wäre) in Flammen gesteckt wurde und das, obwohl sich dieser im Erdgeschoss eines mehrstöckigen Wohnhauses befand. Was das bedeutet, muss wohl nicht erklärt werden.

Zusammenfassend können auch wir nur nochmal klar unsere Solidarität mit allen Opfern neonazistischer Gewalt benennen! Kritisch, aber solidarisch!

Kritische Provinz

  1. vgl. http://awiro.blogsport.de/2012/01/23/buttersaeureanschlag-auf-alternatives-projekthaus-in-rostock/
    vgl. außerdem http://www.nnn.de/nachrichten/home/top-thema/article//buttersaeure-anschlag-auf-antifa-zentrale-in-der-ktv.html [zurück]
  2. siehe u.a. vergangene Spontandemonstrationen wie hier oder hier festgehalten [zurück]
  3. siehe u.a.: http://awiro.blogsport.de/2012/01/24/das-viertel-ist-sich-einig/ [zurück]
  4. hierzu siehe: http://kombinat-fortschritt.com/files/2012/01/Bild2.jpg [zurück]
  5. vgl. http://kombinat-fortschritt.com/2012/01/25/nach-buttersaureangriff-knapp-400-auf-antifademo/ [zurück]

14 Antworten auf „Kritische Anmerkungen zu einer gelungenen Antifa-Demo“


  1. 1 fragender 27. Januar 2012 um 16:07 Uhr

    alles schön und gut. aber dass ihr euch über das „mackerhafte“ verhalten irgendwelcher antifas auf vergangenen demos beklagt, ist nicht nur lächerlich, sondern geradezu zynisch.
    ich geh mal davon aus, dass ihr in rostock lebt. geht es euch dort schon dermaßen gut, dass ihr solch einen szenegejammer über so etwas anfangen wollt. dass bei so schwarzen block-geschichten immer auch leute, irgendwelche ganz persönlichen – von mir aus macker- – bedürfnisse befriedigen, sprich: sich identitär verhalten, ist geschenkt. es ist in mcpomm bitterst nötig, dass antifas offensiv und martialisch auflaufen, wenn man die nazis irgendwie zurückdrängen will. der staat versagt seit jahren und durch irgendwelche unoffensiven latschsachen erreicht man nicht gerade viel. ich hätte auch gerne verhältnisse, in denen es nicht sein müssen, aber in anbetracht der tatsache, dass im ganzen osten regelmäßig leute (halb-)tot geprügelt werden, ist das einzige was die nazis beeindruckt, solch ein vorgehen. ich bin selber auch kein typ dafür, aber muss ich diesen antifas deshalb so dermaßen asozial in den rücken fallen, wie ihr es mit eurem text tut. nur weil man nicht auf martialisch macht, heißt das noch lange nicht, dass man sich nicht auch genauso – nur in anderer form- identitär verhält, oder eigene sekundärbedürfnisse befriedigt, und nicht einfach nur im sinne einer vollzugsthese die politischen überzeugungen praxis werden lässt (das tut -by the way- nämlich keine/-r). wenn ihr schön in der ktv lebt, habt ihrs zu nem großen teil solchen leuten zu verdanken. ich würde mich ganz ernsthaft über ne rückantwort aus dem spektrum der schreiber freuen.

  2. 2 kritisch? 27. Januar 2012 um 18:45 Uhr

    liebe menschen,

    sucht doch bitte nicht nach kritikpunkten (siehe kritik am motto), das wirkt pseudointellektuell und zerstört den guten ansatz kritisch zu sein.

    antifa demos sind kein laternenumzg, dafür sind sie auch nicht da. das verwechselt ihr.
    ich weiß nicht wo ihr wohnt, aber hier ist martialisch oft noch lange nicht genug.

    tschüß

  3. 3 antifaobermacker 28. Januar 2012 um 0:33 Uhr

    eure solidarität brauche ich nicht. ihr labert und labert. was hättet ihr getan? wegen leuten wie euch ist die antifabewegung eine kleine bewegung ohne positive identifikationsmomente. ihr bietet nichts an was besser zu machen gewesen wäre. dafür das ihr auf intellektuell macht, krampft sich sogar bei mir als straßenantifa alles zusammen. also auch mein kleines gehirn. von wegen autoritätsargument. dann geht bitte zu dritt (mehr seid ihr doch nich oder?) nach anklam und macht alles klar. mehrheit hin oder her, ich freu mich wenn sich im viertel alle einig sind, im endeffekt ist das ja der zustand den wir anstreben. und romantisieren hin oder her. wenn ich das hier lese und nicht das gefühl bekomme, ihr könntet irgendwas anbieten was besser wäre oder überhaupt was anderes bringen als die gleiche linke laberbreikacke, dann ist es mir egal was ihr das nächste mal schreibt. sowas brauch kein mensch, und schon gar kein antifa in mv.
    das argument mit dem naziladen in dierkow etwa ist mehr als lächerlich, denn dieser laden dürfte nicht im ansatz die gleiche strahlungskraft besitzen wie der ecc.
    ihr seid keine antifas, ihr seid laberlinke. und genau auf sowas haben die leute keinen bock. und darüber wundert ihr euch. dafür brauch ich nich studieren um das zu wissen.
    rotfront, nazis aufs maul.

  4. 4 KTV-Patrioten 28. Januar 2012 um 13:27 Uhr

    Wieso dürfe der Laden in Dierkow „nicht im Ansatz“ die gleiche Strahlungskraft haben wie in der KTV? Geht es hier nicht wohl gerade um den erheblichen Lokalbezug, den die Rostocker Antifa kontinuierlich betreibt? Das große Aufsehen um den ECC begründete sich ja eben genau dadrin, dass er in einem (oder auch ‚dem‘) linken Viertel Rostocks eröffnet hat. Wenn nun einer in Dierkow steht, juckts mal wieder keine Sau. Betroffenheit und so.
    Das matralische kann m.M. nach auch mit einem hegemonial patriarchalen gleichgesetzt werden, was durchaus im Sinne von Antifaschismus im Allgemeinen, ein Problem darstellt.
    Zudem sollte ja noch wie vor jeder seine Meinung äußern können, wie ihm der Sinn danach steht. Mit Beleidigungen wie ‚Laberlinke‘ werden mal wieder Abgrenzungen in ‚wir‘ und ‚die‘ geschaffen, nur weil man zu Diskussionen und Auseinandersetzungen in der ‚Szene‘ nicht bereit ist.

  5. 5 teil 1 29. Januar 2012 um 15:44 Uhr

    moin, also, ich wollte nur kurz anmerken das der laden in dierkow kein naziladen ist. er wird nicht von der szene betrieben und das einzige problem dürfte darin bestehen wer dort einkauft. aber das ist von vorgestern und eigentlich wissen das auch alle. wenn ihr euch so sehr an ihm stört bekommt eure hintern einfach hoch. zum motto, also die demo war ein solidarisches zeichen an die bewohner und ein signal an die nazis. es ging darum die solidarisierung des viertels und der verschiedenen szenen abzufordern und in diesem zusammenhang wurde völlig zurecht an die erfolge mit dem ecc erinnert. ja die macker, da muss ich mich wohl angesprochen fühlen, schwarz jacke an und parolen in die luft schmetternd, wild die fäuste in die luftreckend, und wenn es ganz hart kommt wird auch noch gewalt propagiert. mmh momentmal hört sich für mich nach einen angriff auf uns, irgendwie richtig an. auch sonst weis ich nicht was ihr habt, unsere szene wächst und gedeiht und seit ein paar jahren gibt sogar die möglichkeit sich …

  6. 6 teil 2 29. Januar 2012 um 15:57 Uhr

    … mit mackern und anderen themen auseinanderzusetzen. euer text wahr einfach nicht gut und speist sich aus halbwissen. ansonsten weiter versuchen und endlich dem provinzfeminismus von vorgestern abschwören.

  7. 7 Kommentator_in 29. Januar 2012 um 16:26 Uhr

    Nein, die Kritik, die im Artikel vorgebracht ist, ist nicht falsch, aber sie ist trivial.
    Es ist richtig, Macker_innentum zu thematisieren, aber dies bei einer allgemein positiv rezipierten Demo zu tun, riecht arg nach Sensationsblogonismus (gibt es dieses Wort?). Jede Antifa-Demo und die -Szene im allgemeinen haben dieses Problem. Es gibt also keinen speziellen Grund, es explizit bei dieser Demo anzusprechen. Ob martialisches Auftreten und mackriges Gehabe die einzigen Möglichkeiten sind, mit einem Nazi-Angriff umzugehen, sei einmal dahingestellt.
    Parolen und Slogans zu kritisieren, weil sie angeblich verkürzt sein und problematische Implikationen in sich tragen ist die andere Trivialität. Parolen und Slogans sind verkürzt, dies liegt in ihrem „Wesen“, sonst wären es keine Slogans bzw. Parolen, sondern kritische Texte. Es ist einfach kaum möglich, kritisch-differenzierte Dinge auf Demos zu rufen, weil dazu meist längere Ausführungen nötig sind. „Kritische Differenziertheit“ ist auch kein Kriterium für Parolen etc., sondern nur ihr Rhythmus bzw. ihre Rufbarkeit. Daher finde ich es auch nicht legitim, aus Parolen oder Slogans irgendwelche Aussagen abzuleiten, die mensch sich dazu denkt.

    Interessant finde ich die Reaktionen in den Kommentaren. Ist es üblich auf Kritik, egal wie trivial sie auch sein mag, mit Beschimpfungen und Diffamierungen zur reagieren? Wer Kritiker*innen als „Laberlinke“ und „Intellektuelle“ (sind wir hier bei Stalin?) beschimpft, hat nichts verstanden. Kritik ist kein persönlicher Angriff, sondern eine (manchmal zugespitze) Art, auf Missstände hinzuweisen und Diskussionen anzuregen. Wenn das in einer Szene nicht mehr möglich ist, ist diese zum inhaltlichen Stillstand verdammt – letzteres hoffe ich jedoch nicht.

    P.S.: Was die (implizit antifeministischen oder gar sexistischen) Erwähnungen der Farbe „lila“ bzw. des „Provinzfeminismus“ sollen erschließt sich mir nicht. Oder fühlen sich einige in ihrer männlichen Sozialisation angegriffen? Das würde zumindest darauf hinweisen, dass der Text zumindest in einem Punkt treffend wäre.

    Für den Feminismus!

  8. 8 fragende 29. Januar 2012 um 17:47 Uhr

    @ teil 2

    was ist denn bitte der provinzfeminismus von gestern?

    ich wäre eher dafür den dicken eiern abzuschwören und endlich zu erkennen das antifaschismus mehr ist als dumpfes rumgemacker (zudem finde ich das rumgemacker auf den demos nicht annähernd so kritikwürdig wie der lächerliche versuch dieses hier politisch zu rechtfertigen und sich dabei in stumpfen seximus zu verlieren)

    @useless

    schön, dass der wirklich schäbige indy-kommentar aufgenommen wurde

  9. 9 recherchi 29. Januar 2012 um 19:40 Uhr

    sorry, aber bevor ihr hier ernsthaft die Antifa kritisieren wollt, solltet ihr eure Argumente überprüfen. Nicht nur, dass das mit Dirkow und dem Laden nicht stimmt, ihr seid wohl auch der Neonazipropaganda aufgesessen. Der Brand im Dickköpp-Haus, war ein kleines Feuer. Sicher kiritikwürdig, aber er hatte keinesfalls solche Ausmaße wie ihr beschreibt!

  10. 10 kritische_r Prof 30. Januar 2012 um 2:26 Uhr

    @ fragender …

    ich finde nicht, dass es eine Rolle spielt, wo einzelne Personen leben. Die Kritik bleibt doch die gleiche. Aber das mal nur so vorne weg.
    Du sagst es sei nötig offensiv und martialisch zu sein, um Nazis zurückzudrängen. Die Frage ist nur, ob man nicht eher Strategien fahren könnte, die den Nazismus an seiner Wurzel bekämpfen. Dass wir davon ausgehen, dass diese Wurzeln in der „bürgerlichen Gesellschaft“ selbst liegen, haben wir ja bereits im veröffentlichten Text deutlich gemacht.

    Nazis zurückdrängen kann also nur punktuell richtung und wichtig sein. Genau so selbstverständlich ist es, dort wo nötig, antifaschistischen Selbstschutz zu organisieren. Dass das ganze aber nur Mittel zum Zweck sein sollte, sollte man nicht vergessen. Im übrigen glaube ich nicht an die These, dass Zurückdrängen und Selbstverteidigung nur durch martialisches oder mackerhaftes Auftreten erreicht werden kann. Aber auch dazu wurde hier schon genug von „Kommentator_in“ gesagt.

    @ Kommentator_in…

    Du schreibst es sei kaum möglich kritisch-differenzierte Parolen auf Demos zu rufen.
    1. sollte man dann versuchen es doch hinzubekommen und falls es wirklich gar nicht möglich ist 2. das Konzept einer Demo überdenken, es verändern oder aufgeben. Andernfalls wird einfach nur das Bestehende weiterhin reproduziert.
    U.a. auch darauf aufmerksam zu machen schien uns weitaus weniger trivial als dir. Aber das mag eine Ansichtssache sein.

  11. 11 thanks 30. Januar 2012 um 11:36 Uhr

    Danke Kommentator_in für diese schöne Antwort. Wenigstens eine_r die_der hier etwas konstruktives einbringt!

  12. 12 d_l 31. Januar 2012 um 11:25 Uhr

    Man sollte natürlich auch nicht in die andere Falle tappen den vor sich hergetragenen pseudo-provokativen Anti-Intellektualismus Einzelner für einen Szene-Konsens zu halten. Es gibt verschiedene individuelle Zugänge und Motivationen zum Thema Antifaschismus, das bedeutet aber auch dass wir mehr Auswahl haben, als die falsche Alternative von „düsiges Gequatsche“ vs. „Alles nur Mackerei“.

    P.S.: Eine elaborierte Kritik vorlegen zu können, ist oft genug möglich, weil man lange genug Zeit mit dem Lesen von schweren Texten und dem Nachdenken darüber verbringen konnte. Und diese Möglichkeit haben aus verschiedenen Gründen nicht alle im selben Maße. Das ist also auch eine Art Privileg. ;)
    d

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