Flüstern und Schreien – und Maul halten

Dieser Text ist eine Reaktion auf das aktuell ausgesprochene Verbot, die neue Ausgabe der Rostocker Zeitschrift „Keep Dancing“ im Rostocker Infoladen „Flüstern & Schreien“ vorerst nicht auslegen und verbreiten zu dürfen. Als einzige Begründung dafür wurde unser Gastbeitrag „Thesen zur radikalen Linken in Rostock und Umgebung“ in eben jenem Heft angeführt. Damit sich jede_r ein komplettes Bild machen kann, haben wir die Thesen heute ebenfalls auf diesem Blog veröffentlicht.

Flüstern und Schreien – und Maul halten

Nachdem der Infoladen „Flüstern & Schreien“ aus Rostock beschlossen hat, die eigenen Räumlichkeiten von kritischen Gedanken rein zu halten und ein Verbot gegen das Verteilen und Auslegen der neuen Ausgabe des Zines „Keep Dancing“ auszusprechen, kann man sich schon fragen, wem dieser Infoladen denn eigentlich gehört. Ist ansonsten immer die Rede von kollektiven linken Orten, Freiräumen für alle1 oder auch von Basisdemokratie und Autonomie, muss auf Grund solcher Ereignisse immer wieder Gegenteiliges festgestellt werden: die Hausmeisterei, die sich an solchen Orten oftmals breit gemacht hat, hat meist nichts mehr mit den selbst gesteckten Ansprüchen, falls es diese jemals ernsthaft gab, zu tun. Kleine Eliten und Cliquen sind an der Macht, bestimmen wo es lang geht. Wittern diese abweichendes, nonkonformes Verhalten, drängt es sie zum Denk- und Sprechverbot, zur Zensur, um ihr mühsam aufgebautes Machtgefüge aufrecht zu erhalten, jeden freien Gedanken im Keim zu ersticken. Die Zensur als Mittel der Machterhaltung folgt dabei einem einfachen Prinzip: das Kritische darf nicht ausgesprochen werden, weil man weiß, dass es wahr ist und daher Sprengkraft besitzt. Der offene Widerspruch und selbst der kleinste Dissens, eigentlich Kraftquelle von Emanzipation, wird als Angriff auf diese verstanden, da man bereits an das eigenst in die Welt gesetzte Märchen vom Vorreiter radikaler Politik glaubt. So schlägt die eigene Rolle dialektisch um und die, die sich als Avantgarde der Emanzipation glaubten, wirken selber verstärkend am Bann mit.

Allgemeingültiger hat dies bereits Adorno an anderer Stelle formuliert: „Wie in den Anti-Autoritären Autorität fortwest, so staffieren sie ihre negativ besetzten imagines mit den traditionellen Führerqualitäten aus und werden unruhig, sobald sie anders sind, nicht dem entsprechen, was die Anti-Autoritären insgeheim doch von Autoritäten begehren. Die am heftigsten protestieren, gleichen den autoritätsgebundenen Charakteren in der Abwehr von Introspektion; wo sie sich mit sich beschäftigen, geschieht es kritiklos, richtet sich ungebrochen, aggressiv nach außen. Die eigene Relevanz überschätzen sie narzißtisch, ohne zureichenden Sinn für Proportionen. Ihre Bedürfnisse installieren sie unmittelbar, etwa unter dem Schlagwort »Lernprozesse«, als Maß von Praxis; für die dialektische Kategorie der Entäußerung blieb bislang wenig Raum. Sie verdinglichen die eigene Psychologie und erwarten von jenen, die ihnen gegenübertreten, verdinglichtes Bewußtsein. Eigentlich tabuieren sie Erfahrung und werden allergisch, sobald etwas an diese sie gemahnt.“2

Da nicht darüber geredet werden darf, was nicht zur Debatte stehen soll, der linke Status Quo, wird ein Verbot verhängt. Alleine weil sich das linke Verwaltungspersonal aus der linken Masse rekrutiert, glauben beide, dass das schon legitime Herrschaft wäre. Das Verbot ist damit rechtskräftig und ebenso unhinterfragbar wie das, was es als Mittel versucht unhinterfragbar zu machen. Es ist also kein Zufall, dass einer anderen, abweichenden Meinung nichts Inhaltliches entgegengesetzt wird, dass nicht das bessere Argument am Ende zählen soll.
Aber nicht nur das. Auch allen anderen soll durch die Zensur die Möglichkeit genommen werden, sich mit dem Abweichenden auseinanderzusetzen. Hier tritt der autoritäre Charakter der Hausmeister_innen abermals, vielleicht noch deutlicher zu Tage. Der Dissens wird als gefährlich für den Frieden der linken Großfamilie verstanden, durch das vorauseilende Verbot der_die potentielle Leser_in entmündigt und für diese_n (vor)gedacht und (vor)sortiert. Mit letztlich repressiven Mitteln wird also versucht den Laden zusammenzuhalten, wird ein Zwang zur Einheit geschaffen, den man zynisch „Solidarität“ nennt.

Hierzu abermals Adorno: „Der Einzelne soll sich ans Kollektiv zedieren; zum Lohn dafür, daß er in den melting pot springe, wird ihm die Gnadenwahl der Zugehörigkeit verheißen. […] Mit hundert Sophismen wird verteidigt, mit hundert Mitteln moralischen Drucks den Adepten eingeprägt, man werde durch Verzicht auf eigene Vernunft und eigenes Urteil höherer, eben kollektiver Vernunft teilhaftig, während man doch, um die Wahrheit zu erkennen, jener unabdingbar individuierten Vernunft bedürfte, von der einem eingehämmert wird, sie sei überholt und, was sie etwa anzumelden habe, von der allemal überlegenen Weisheit der Genossen längst widerlegt und erledigt.“3

Vermutlich resultiert das reflexhafte Verbot aber auch aus dem Leiden an der blockierten Realität und der dumpfen Ahnung über die eigene Ohnmacht und schlimmer noch: das eigene Zutun. Sie wird zur Wut auf diejenigen, die das Unbequeme aussprechen – das was jeder wissen könnte, jedoch nicht jeder wahrhaben will.

  1. Passend dazu auch ein Artikel aus der verbotenen Ausgabe Keep Dancing #2.72. [zurück]
  2. Adorno: Marginalien zu Theorie und Praxis. In: Gesammelte Schriften. Band 10.2. S. 774. [zurück]
  3. Ebd. S. 779. [zurück]

19 Antworten auf „Flüstern und Schreien – und Maul halten“


  1. 1 David Dicke 13. Oktober 2012 um 0:22 Uhr

    Hm, Ihr sagt, Ihr wisst nicht, wieso das Zine nicht im Infoladen ausliegen darf. Darum muss es also darum gehen, die „innerlinke Solidarität“ zu bewahren und, um Euch mundtot zu machen, weil ihr kritische Sachen ansprecht, die nicht angesprochen werden dürfen, da sonst die Harmonie gestört wird. Die nicht angesprochen werden dürfen, weil Ihr die „Wahrheit“ verbreitet.
    Auch der Vorwurf der Zensur passt in ein Schema, dass ich hier tatsächlich nicht erwartet hätte: Die Verschwörungstheorie. Aber wollen wir mal nicht so sein, nenne ich es etwas anders: Kritische Verschwörungstheorie.

    Lang leben die Eidechsen!

  2. 2 ich 13. Oktober 2012 um 14:55 Uhr

    haters gone hate

  3. 3 Großraumdisko 13. Oktober 2012 um 23:15 Uhr

    Also ich halte mich nicht lange mit den Unwahrheiten auf, die ihr hier verbreitet, ihr wisst es besser, wer und warum sich mit diesem Mittel gegen euer Thesenpapier (und deshalb gegen das Auslegen des Zines) gestellt wurde bzw habt ihr die Möglichkeiten dieses noch genauer zu erfahren. Interessant also, dass ihr für eure Leser_innen vorsortiert, was sie erfahren dürfen und was nicht. Ob das guter Stil ist, sei mal dahin gestellt.

    Was also bezweckt ihr mit eurer Frage, wem der Infoladen eigentlich gehört? Mit eurem Gerede von klandestinen Cliquen, die entscheiden, was gelesen werden darf und was nicht?
    Habt ihr mit euren Verschwörungstheorien, die ihr hier verbreitet (wider besseren Wissens), nur eure persönliche endgültige Exitstrategie aus der radikalen Linken, die es für euch ja eh nicht gibt, hin zu neuen Ufern gefunden? Willkommen bei den verschwörungstheorethischen Spinner_innen will mensch euch da fast vergnügt hinterherrufen.

    Nun aber zur konkreten politischen Frage, muss ein Infoladen alles ertragen? Und wer seid ihr, zu entscheiden, was ein Infoladen ertragen muss? Ihr seid in meinen Augen nicht Teil der linken Solidaritätsgemeinschaft (zu der mensch stehen kann, wie er_sie will), da ihr eben diese ja so vehement leugnet, entsprechend habt ihr auch kein grundsätzliches Recht auf Sprachraum in linken Räumen, sondern nur dann, wenn sie den Mindeststandards linker Diskussionskultur genügen, was eueren Dreck von Szenekritik unterscheidet. Wer denkt, er_sie könne sein_ihr überhöhtes Ego und den eigenen Geltungsdrang als identitäres Opfer (mit dem entsprechendem Pathos) in linken Räumen unwidersprochen ausleben, wird eben doch auf Widersprüche stoßen.
    Das ihr euch hier aber auch noch weigert, die Gefühle der Kritisierten und Angesprochenen ernst zu nehmen, zeigt dann auch endgültig, wo ihr angekommen seid.
    Und verdammt, lasst Adorno in Ruhe, der hat euch nichts getan.

  4. 4 Kritische Provinz 14. Oktober 2012 um 0:59 Uhr

    Aus zugespitzten Formulierungen wie bspw „kleine Eliten und Cliquen sind an der Macht“ soll uns nun eine Verschwörungstheorie angedichtet werden? Dass nicht viel inhaltliche Auseinandersetzung zu erwarten sein würde, haben wir ja (leider) in der Vergangenheit lernen müssen. Aber solche Vorwürfe sind so lange Nonsense bis sie argumentativ erhärtet wurden. Das sollte allerdings schwer fallen, wenn der Text einmal genau gelesen und die darin enthaltenen Argumente verstanden wurden.

  5. 5 Kritische Provinz 14. Oktober 2012 um 1:40 Uhr

    Sensibel auf alles zu reagieren, was nach Verschwörungstheorie riecht, ist ja erstmal nicht verkehrt. Problematisch ist es nur, wenn man dabei einen Schnupfen hat. Daher nochmal die eigentlich überflüssige Klarstellung (und ich schäme mich fast, das jetzt extra auszusprechen): selbstverständlich geht es uns nicht um direkte Herrschaft von irgendwelchen Personen über andere. Leider ist es bei der ganzen Sache viel komplizierter. So sind es eben nicht die „klandestinen Cliquen“, von denen Großraumdisko spricht, die Entscheidungen gegen den Willen einer Mehrheit treffen, sondern jeder kann im Prinzip etwa im Infoladen mitarbeiten und sich an Entscheidungen beteiligen.

    @ David Dicke
    wie würdest du ein solches Verbot denn bezeichnen?

    Großraumdisko schrieb:
    „entsprechend habt ihr auch kein grundsätzliches Recht auf Sprachraum in linken Räumen, sondern nur dann, wenn sie den Mindeststandards linker Diskussionskultur genügen“

    danke auch für die Selbstblöße und die weitere Bestätigung unseres Textes. wer nicht das passende sagt, muss eben doch die Fresse halten. der Rahmen ist eben genau abgesteckt und wird von Hausbuchbeauftragten wie dir selbstverständlich mitbewacht

  6. 6 Großraumdisko 14. Oktober 2012 um 10:33 Uhr

    Krass, soviel Realitätsverlust habe ich in Rostock das letzte mal erlebt, als sich ipar(bzw. jetzt ino) zum nicht mehr wegdenkbaren, elementaren Teil einer radikalen Linken hier erklärte.

  7. 7 David Dicke 16. Oktober 2012 um 16:22 Uhr

    Liebe Kritische Provinz, danke für Eure Antworten, aber nun zurück zur Diskussion.
    „Aus zugespitzten Formulierungen wie bspw „kleine Eliten und Cliquen sind an der Macht“ soll uns nun eine Verschwörungstheorie angedichtet werden?“ Ja, durchaus, aber nicht nur. Auch die defensive Haltung, die ihr hier gegen diese Vorwürfe an den Tag legt, gehört zum Methodenkasten vieler Verschwörungstheoretiker_innen.
    Aber soweit ging mein Vorwurf ja durchaus nicht, ich sprach ironisch auch von „kritischer Verschwörungstheorie“, denn Eure Inszenierung als Kritiker_innen, die der „Wahrheit“ verpflichtet sind, deckt sich mit der vieler Verschwörungstheoretiker_innen. Auch jene inszenieren sich als Opfer des Establishment, welches alternative Deutungsweisen der Wirklichkeit nicht anerkennen will und diese darum zensiert. Aber soweit ich das verstehe, verbietet Euch kein Mensch, das Zine irgendwo anders auszulegen, eine Zensur sieht anders aus. Zumal es tatsächlich keinen Anspruch auf das Auslegen von Informationen im Infoladen gibt, aber dazu können Menschen aus jenen Strukturen vielleicht mehr sagen.

    Aber auch Eure weitere Verteidigung hinkt: „So sind es eben nicht die „klandestinen Cliquen“, von denen Großraumdisko spricht, die Entscheidungen gegen den Willen einer Mehrheit treffen, sondern jeder kann im Prinzip etwa im Infoladen mitarbeiten und sich an Entscheidungen beteiligen.“ Wieso schreibt Ihr dann zuvor von diesen Cliquen, wenn sie doch gar nicht existieren? Und wisst ihr eigentlich, wieso oder mit welcher Intention die Auslage des Zines untersagt worden ist? Wenn nicht, treibt Ihr im Bereich der Spekulation – und damit wäre wieder der Bogen zurück zur Verschwörungstheorie geschlagen.

    Ja, für die Macher_innen des Zines ist es sicher nicht cool, dass es nicht ausgelegt werden kann, aber solange die tatsächlichen Gründe dafür unbekannt sind, würde ich mich doch zumindest etwas mit haltlosen Spekulationen darüber zurückhalten.

    Liebe Grüße aus der Hohlerde

  8. 8 kritische_r Prof 16. Oktober 2012 um 19:16 Uhr

    Hallo David,
    wie kommst du darauf, dass „die tatsächlichen Gründe“ (das klingt ja fast schon verschwörungstheortisch, wie du das so sagst) für das Verbot, das Zine im Infoladen Rostock auszulegen, unbekannt wären? Am Anfang des Textes schrieben wir:

    Als einzige Begründung dafür wurde unser Gastbeitrag „Thesen zur radikalen Linken in Rostock und Umgebung“ in eben jenem Heft angeführt.

    Angeführt wurden die Thesen als Begründung der Nichtweiterverbreitung selbstverständlich vom Infoladen selbst. Wieso also deine Spekulation über eine angebliche Spekulation unsererseits?

    Aber soweit ich das verstehe, verbietet Euch kein Mensch, das Zine irgendwo anders auszulegen, eine Zensur sieht anders aus.

    Richtig, uns verbietet (bisher) niemand das Heft anderswo auszulegen. Was das allerdings mit dem speziellen Fall des Infoladens zutun hat, müsstest du nochmal erklären. Wir prangern schließlich lediglich das aktuelle Verbot von Seiten dieses Ladens an. Wie sieht denn deiner Meinung nach Zensur aus? Ist es etwa erst dann Zensur, wenn eine Meinungsäußerung überhaupt nicht mehr öffentlich zugänglich ist? In dem Fall haben wir wohl verschiedene Zensur-Begriffe.

  9. 9 someone 16. Oktober 2012 um 21:28 Uhr

    Als einzige Begründung dafür wurde unser Gastbeitrag „Thesen zur radikalen Linken in Rostock und Umgebung“ in eben jenem Heft angeführt.

    Hier hättet ihr etwas ausführlicher sein können. Darf das Zine nicht ausgelegt werden, weil ihr darin einen Artikel geschrieben habt oder weil man den Artikel, den ihr geschrieben habt, nicht verbreiten will.

    Kurz: Geht es um die Information oder den Sender?

  10. 10 kritische_r Prof 17. Oktober 2012 um 0:00 Uhr

    Nun, in die Köpfe von den Leuten im Infoladen gucken, können wir freilich nicht. Von daher musst du die Frage wohl eher an den Infoladen richten. Alles was der Zine-Redaktion mittgeteilt wurde, ist, dass die Thesen Grund genug für die Infoladenleute seien, das Auslegen des Zines zu untersagen. Ich wiederhole mich…

  11. 11 enrico hirsch / vs mv 17. Oktober 2012 um 8:09 Uhr

    danke kritische provinz. wir vom vs machen eigentlich eh nur online recherche, aber dabei helft ihr uns ordentlich mit. bei so einer kleinen szene wie der linken in mv ist es manchmal gar nicht so leicht zu durchschauen, was da alles so passiert. dank euch (und eurer profilneurose) gibt es aber immer ein paar knackige zusatzinfos vom innenleben für uns staatsschützer (und weil ihr’s so gerne hört staatsschützer_innen). macht weiter so!
    euer enrico hirsch!

  12. 12 David Norbert Petereit 17. Oktober 2012 um 8:13 Uhr

    Ich wollte mich Enrico anschließen. Aber ein Tip an Enrico.
    Großschreibung beachten. Ansonsten, weiter so Kritische Provinz!
    Namen und Adressen wären noch nett. Super!

  13. 13 Die (coolste) Friese (der Stadt) 17. Oktober 2012 um 8:33 Uhr

    RESPEKT AN DIE ANTIFA MV VOM KIEZ! GUTE LEUTE DA VOR ORT! ABER WAT IS DAT JETZT? SZENEDISKUSSION IM INTERNET IST UNSER DING! FRÜHER HABEN DIE ANTIFAS SICH BEPISST WENN WIR WAS IM INTERNET AUSGETRAGEN HABEN! ICK HAB EXTRA ALLES GROß GESCHRIEBEN: WIE HEUTE! DANKE DAT IHR EUER ZEUG MIT UNS TEILT! ICK STELL DAT BEI FACEBOOK REIN UND SAG DAT ÜBER UNSERE NEUE TELEFONKETTE DURCH! MEINE FREUNDIN IST GERADE AUFM REITERHOF; ABER VIELLEICHT GEHT SIE TROTZDEM RAN!
    FÜR DIE SCHREIBERS HIER NOCHN TIP! McFIT MUCKIBUDE FÜR SCHÜCHTERNE
    ZECKEN HAHAHAHA!!

    DIE FRIESE

    Edit durch Administrator:
    Der nächste Kommentar, der inhaltlich rein gar nichts beizutragen hat und auch nichts beitragen will und / oder in Caps Lock geschrieben ist, wird ohne Vorwarnung gelöscht.

  14. 14 David Dicke 17. Oktober 2012 um 14:50 Uhr

    Die Antworten kamen aber wieder mal fix.

    Zunächst einmal ist es geschickt, den Vorwurf der „Verschwörungstheorie“ auf mich umzukehren, ein Argument ist das hingegen nicht.
    Selbst wenn die Thesen als „Grund“ genannt worden sein sollten, ist die Intention hinter dem Auslegeverbot immernoch uneindeutig, denn es ist nicht klar, was genau an den Thesen problematisch ist. Und über genau diese Hintergründe spekuliert Ihr hier – und zwar völlig ins Blaue hinein. Das solltet Ihr zumindest zugeben oder kennzeichnen.

    Sonst haben wir tatsächlich wohl einen unterschiedlichen Zensurbegriff. Unter „Zensur“ wurde ich nämlich das Verbot der Veröffentlichung einer Meinung sehen. Das ist hier aber nicht der Fall, denn das Zine kann ja überall sonst ausgelegt werden. Es gibt nämlich kein Anrecht darauf, seine Meinung an jedem Ort veröffentlichen zu können. Das gilt nicht nur für den Infoladen. Es gibt auch kein Recht darauf, seine Ansichten bei einer TV- oder Radiosendung kundtun zu können, geschweige denn in einer Tageszeitung. Das entscheiden immernoch diejenigen, denen diese Medien gehören. (Es gibt medienrechtliche Ausnahmen, die mir bekannt sind, das führt jetzt aber zu weit.)
    Mensch kann hier immer laut „Zensur“ schreien, das macht diesen Vorwurf dadurch aber nicht gehaltvoller. Und vor allem entwertet der inflationäre Gebrauch Fälle von „richtiger“ Zensur, wo Meinungen staatlich unterdrückt werden.

    @seltsame Spammer_innen
    Debatten werden geführt, jammert also nicht rum. Und ob sich der VS für eine bedeutungslose Provinzposse, die nichts über interne Strukturen, geschweige denn über Inhalte aussagt, sei dahingestellt.

  15. 15 ??? 22. Oktober 2012 um 10:21 Uhr

    solche sachen online zu disktuieren ist absolut kontraproduktiv. macht doch einen diskussionsabend über die thesen und bringt das das nicht anonym an die menschen. im kern stimme ich vielen sachen zu, aber nur probleme bennen ist eine schwache leistung. mit erhobenem finger dazustehen ist einfach. werdet konstruktiv!

  16. 16 David Dicke 26. Oktober 2012 um 5:50 Uhr

    Manchmal glaube ich, es hackt bei einigen Leuten ganz gewaltig.
    Kritik muss nicht konstruktiv sein, um treffend zu sein. Es ist vollkommen ausreichend, auf Probleme hinzuweisen, die existieren, auch ohne eine Lösung gleich parat zu haben.
    Dieser Vorwurf, Kritik sei ja nicht „konstruktiv“ dient in meinen Augen oft nur dazu, die Kritik zu delegitimieren oder abzuwerten, damit mensch sich ja damit nicht beschäftigen muss.
    Aussagen werden nicht dadurch richtiger, dass sie eine Lösung gleich mitliefern.

    Wenn Euch die Kritik nicht passt, formuliert doch eigene Gegenthesen. Wurde sogar schon getan, ich habs aber noch nicht gelesen.

  17. 17 kritische_r Prof 27. Oktober 2012 um 23:25 Uhr

    solche sachen online zu disktuieren ist absolut kontraproduktiv. macht doch einen diskussionsabend über die thesen und bringt das das nicht anonym an die menschen. im kern stimme ich vielen sachen zu, aber nur probleme bennen ist eine schwache leistung. mit erhobenem finger dazustehen ist einfach. werdet konstruktiv!

    1. wieso kontraproduktiv?
    2. wo ist der Vorteil bei einem Diskussionsabend?
    3. ob einfach oder nicht: Probleme zu benennen ist nötig. Außerdem wird dadurch, dass man benennt wie etwas nicht sein sollte, auch bereits deutlich, wie es besser sein könnte. Ansonsten hat David Dicke schon alles gesagt über das „bürgerliche Vorurteil“ (Adorno), wer Kritik übe, müsse auch sagen können, wie man es besser machen könne.

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