Beiträge von kritische_r Prof

Von der neusten Provinzposse eines linken Projektes

Vor kurzem lag im Median ein Fragebogen aus, worauf stand: „Wir wollen das neue Jahr nutzen um mal zu hören, was ihr vom Awiro haltet und was wir vielleicht verbessern könnten.“ Das Awiro zeigt sich also kritikfähig und offen für Veränderungen. Auf die Bedürfnisse des Einzelnen soll irgendwie geachtet werden, es soll die Möglichkeit zur Meinungsäußerung, vielleicht sogar zum indirekten Mitgestalten eingeräumt werden; Basisdemokratie – all das schwingt bei dem Fragebogen mit. „Hört sich doch gut an“, könnte man da denken. Wer den Awiro und / oder seine dazugehörige Kneipe kennt, der kann bei der Lektüre des Fragebogens hingegen eher skeptisch werden. (mehr…)

Kommentar zur rostocker IWW-Gruppe

Am Anfang war ich einfach mal nur neugierig, was es wohl mit dieser neu gegründeten, angeblich revolutionären Gewerkschaft auf sich hat, die sich „Industrial Workers of the World“ (IWW) nennt und deren Anhängerinnen sich selbst ganz entzückend und selbstkosend „Wobblies“ nennen. Ich kannte diese Gewerkschaft noch nicht und war erstmal bedeckt-positiv gestimmt zu hören, dass diese ein explizit antikapitalistischer Zusammenschluss seien, auch wenn sie feste Mitgliedsausweise besitzen und regelmäßig finanzielle Beiträge zahlen müssen, wie in den großen Gewerkschaften eben auch. Man könnte sogar sagen, ich war gespannt wie sich der rostocker Ableger dieser IWW entwickeln würde, weil ich am Anfang ein kleines bisschen Hoffnung hatte, dass diese Gruppe eine erfrischende Abwechslung in das ansonsten sehr eintönig-antifaschistische platte Land bringen könnte. Dieses positive Interesse wurde dann noch verstärkt, als bald nach der Gründung (irgendwann Anfang diesen Jahres) eine inhaltlich vernünftig klingende Veranstaltung angekündigt wurde: eine Einführung in die Kapitalismuskritik. (mehr…)

Das Feindbild in den eigenen Reihen

Ein Kommentar zur beispielhaften Antiimperialismus-Doktrin der Rostocker Linksjugend [’solid]

Gruselige Sachen spielen sich immer mal wieder auf der ein oder anderen Homepage von irgendwelchen parteinahmen Jugendverbänden ab. So leider auch in Rostock und Mecklenburg-Vorpommern, wie beispielsweise im Fall der Linksjugend [’solid] Rostock. Dort nutzt man jede Gelegenheit um gegen den BAK Shalom1 – im O-Ton der „linken Zeitung“ Junge Welt – zu wettern und bemerkt dabei vermutlich nicht einmal, welch prototypischen Antiimperialismus man dabei vertritt: eine Ideologie, die sich die Welt nach simplen Erklärungsmustern zurecht legt und dabei nur Gut und Böse kennt. (mehr…)

Von anti-antideutschen Ressentiments und regionalpatriotischen Linken – eine Polemik

In der Kommentarspalte des regionalen Internetportals KomFort wird sich im Moment über „die Antideutschen“ ausgelassen. An sich eigentlich nichts besonderes, haben sich doch großte Teile der „radikalen Linken“ eben diese Antideutschen als Feindbild auserkoren. Auslöser ist ein Artikel aus der aktuellen Ausgabe der Jungle World, über welchen auf dem besagten Internetportal ein Kommentar verfasst wurde. Über die Motivation des Kommentars kann ich freilich nur Spekulationen anstellen, doch schaut man sich Inhalt und Duktus genauer an, kann man schon auf die Idee kommen, es seien mit dem Artikel aus der JW ostdeutsche Kollektividentitäts-Gefühle verletzt worden, auf die nun trotzig geantwortet wird. So wird der Artikel mit „Publikationen des berüchtigten Hannah-Arendt-Insitutes“ und dem „gerülpse irgendeines CSU-Hinterbänklers“ verglichen. (mehr…)