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Gastbeiträge erwünscht

Wir haben uns überlegt, dass es sicherlich nicht verkehrt wäre, unsere Seite auch als Forum für kritische Gastbeiträge bereitzustellen. Vielleicht gibt es ja in Rostock und Umgebung die ein oder andere Person, die angepisst ist oder schon immer mal das ein oder andere Wort über die „linken Zustände“ verlieren wollte, bisher jedoch nur nicht wusste auf welchem Weg.

In diesem Fall könnt ihr uns ab sofort Gastbeiträge zusenden. So fern sie nicht unseren subjektiven Mindeststandards (hier könnten jetzt als Ausschlusskriterien Phänomene wie Rassismus, Antisemitismus, Sexismus… aufgezählt werden) widersprechen, werden wir sie dann auf diesem Blog veröffentlichen.

Vielleicht noch ein paar Worte zum Inhalt: Gastbeiträge sollten schon in irgend einer Weise etwas mit dem hier und hier formulierten Vorhaben dieses Blogs zu tun haben. Für Konzertberichte und (unkritische) Nacherzählungen von irgendwelchen Aktionen gibt es unserer Meinung nach genügend andere Möglichkeiten der Veröffentlichung.

Wir sind gespannt!

Vom Teil des Problems zum Teil einer Lösung

Das mit dem Wunden aufreißen ging ja schnell. Fast schneller als uns lieb sein kann. Bereits nach unserem ersten Post ertönten laute Schreie nach „Mehr!“ durch die Kommentarspalten. „Wer anbietet muss auch liefern“ konnte man da beispielsweise lesen – eine Aussage die vor lauter Warenförmigkeit nur so trieft. Auch die erste regionale Referenz haben wir bereits bekommen.

Dass wir gleich so viel Aufruhr verursachen würden, war uns nicht bewusst. Auch hätte eine Art Vorstellungstext, den wir auf Kombinat Fortschritt veröffentlichen lassen wollten, uns eigentlich erst einen gewissen Bekanntheitsgrad einbringen sollen. In diesem wollten wir nochmal ein wenig deutlicher darlegen, was es nun mit dem Projekt „Kritische Provinz“ auf sich hat. Warum? Um eine kritische Ausstrahlungskraft zu entfalten, müssen die eigenen Texte zumindest gelesen werden. Voraussetzung dafür ist, dass man uns kennt.

Leider ist die offene Beteiligung auf „KomFort“ offensichtlich keine ernstgemeinte Angelegenheit gewesen. Der Text wurde bis heute weder veröffentlicht, noch wurde uns dazu irgend ein Feedback gegeben. Auf Nachfrage teilte man uns lediglich mit, dass keine einheitliche Meinung zu einer Veröffentlichung unseres Textes bestünde und die Sache deshalb noch besprochen werden müsse. Nunja, bekannt sind wir nun trotzdem und eine gewisse Aufmerksamkeit ist uns sicher. Daher sehen wir mitlerweile (nach über drei Wochen) gar keinen Zweck mehr darin den Artikel auf „KomFort“ veröffentlichen zu lassen. Trotzdem wollten wir den Text noch (auch der Vollständigkeit halber) an dieser Stelle archivieren.

Viel Spaß also beim lesen.

Vom Teil des Problems zum Teil einer Lösung

Warum Rostock und MV eine neue diskursanstoßende Plattform bitter nötig hat

Ende Juli 2011 ging für MV eine neue „linke Szeneplattform“ online: das Kombinat Fortschritt. Damals wurde das Projekt in Form eines Interviews auch auf Indymedia vorgestellt1, wobei bereits anklang, dass diskurstechnisch von dieser Seite eher wenig kontroverses zu erwarten wäre. (mehr…)

Hallo Provinz

Dein Zustand ist kritisch. Deshalb musst du kritisiert werden, in der Hoffnung, dass aus dir vielleicht doch noch eine kritische Provinz wird.

Dies ist der letzte Versuch einen kritischen Einfluss auf die sog. „linke“ Szene in Rostock (und ggf. auch Umgebung) zu nehmen. Rostocks „Linke“ möchte seine ruhe, möchte sein Süppchen so kochen, wie es rostocker_innen Linken gut schmeckt. Dass es jedoch nicht allen schmeckt interessiert keine_n der Köche_Köchinnen.

Daher scheint es mehr als notwendig und an der Zeit endlich einen Diskurs zu führen. Sollte auch dieser nicht geführt werden wollen oder totgeschwiegen werden, soll dies wenigstens ein Manifest der Solidarität mit all denen sein, die seit Jahren gegen Windmühlen kämpfen oder bereits resigniert haben. Sollte dieser Versuch allerdings (zugegebener Maßen wider Erwarten) nicht nur ein letzter ohnmächtiger Verzweiflungsakt sein, sondern etwas positives bewirken können – wobei bereits jede kritische Stimme, die sich hiervon angesprochen und bestätigt fühlt als Erfolg zu werten wäre –, dann kann das Ziel nur darin bestehen ein Bewusstsein von dem zu vermitteln, was ein kritischer Geist und was eine radikale Kritik des Bestehenden sein könnte, den Finger an der Stelle in noch zu öffnende Wunden zu legen, an welchen die sog. „radikale Linke“ praktisch wie theoretisch im bestehenden verharrt oder mit anderen Worten gesprochen: nicht fähig ist, ihre eigene Rolle und ihr Handeln kritisch zu reflektieren, neu zu bewerten und immer auch bereit zu sein, sich neu auszurichten.

Wir wissen, dass es da draußen in Rostock und Mecklenburg-Vorpommern wenigstens noch ein paar Menschen gibt, denen die gekochte Suppe genau so wenig schmeckt wie uns. Diese auszulöffeln, nachdem wir sie versalzen haben, sollte unserer Meinung nach jedoch auch Aufgabe derer sein, welche die „Szene-Zustände“ seit längerem produzieren und reproduzieren. Daher ist dies auch gleichzeitig als Aufforderung an jede_n einzelne_n zu verstehen, der_die sich im rostocker Szenefilz bewegt, das komplette eigene „Szenehandeln“ in Frage zu stellen, sich an einem Diskurs zu beteiligen, um vielleicht einen neuen emanzipativ-progressiven Geist innerhalb der linken Szene zu beleben.

Auf dass an dieser Stelle viele brauchbare Gedanken veröffentlicht werden und die größenwahnsinnige Idee, dass alles doch irgendwann besser sein könnte, nie vergeht.