Ein moderner islamischer Antisemitismus? Der Fall Iran (27.11.2012)

Das Thema islamischer Antisemitismus soll am Beispiel der islamischen Republik Iran diskutiert werden, zu deren auffälligen Merkmalen ein aggressiver, staatlich protegierter Antisemitismus zählt. Holocaustleugnung und Vernichtungsdrohungen gegen Israel werden nicht erst mit dem Amtsantritt Mahmud Ahmadinedschads öffentlich ausgesprochen. Gegenstand des Vortrages soll eine Analyse gängiger Imaginationen und Vorstellungen von Juden und Jüdinnen im islamischen Antisemitismus und die Frage von dessen Genese sein. (mehr…)

Politische Ökonomie des Antisemitismus (24.11.2012)

Judenhass und falsche Gesellschaft. Über den Zusammenhang von Kritik der politischen Ökonomie und Antisemitismuskritik

Soll der Antisemitismus nicht als ein bloßes Vorurteil verharmlost, sondern im ideologiekritischen Sinne als wahnhafte Projektion dechiffriert werden, so gilt es, sich den Begriff der „antisemitischen Gesellschaft“ zu vergegenwärtigen, der von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer entwickelt wurde. Was sind die gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen die beschädigten Subjekte sich immer wieder für das Ausagieren des antisemitischen Hasses entscheiden? Und inwiefern kann angesichts eines fremdbestimmten gesellschaftlichen Daseins überhaupt von einer freien Entscheidung gesprochen werden? (mehr…)

Psychoanalyse des Antisemitismus (07.11.2012)

Die kritische Dimension der Psychoanalyse erwächst wesentlich aus ihrer Perspektive vom Individuum auf die Gesellschaft und zurück. Die Ableitung von Pathologien aus fast unvermeidlichen Traumata der frühen Kindheit ist der Kernbestand, um den Antisemitismus einer angemessenen Kritik zu unterziehen. Nur so lässt sich sein historisches Alter, seine gleichzeitige Flexibilität und Starrheit erklären – aus seinem Angebot an sehr frühe, quasi überhistorische intrapsychische Konfliktkonstellationen, die in jeweils unterschiedlichen gesellschaftlichen Bedingungen umgeformt und beeinflusst, aber nicht durch diese erst erzeugt werden müssen. (mehr…)

Ankündigung für November: Veranstaltungsreihe Antisemitismus

Dieses Jahr im November werden wir in Rostock eine kleine Veranstaltungsreihe zum Thema „Antisemitismus“ durchführen. Dabei soll der Versuch unternommen werden zu möglichen Ursachen und Funktionsweisen der antijüdischen Ieologie theoretisch-analytisch vorzudringen. Die Frage, was ein antisemitisches Weltbild im Innersten zusammenhält, steht also im Mittelpunkt und erscheint in Zeiten von grassierendem Hass auf Israel in großen deutschen Tageszeitungen sowie nicht selten antisemitisch motivierten Beiträgen zur Beschneidungsdebatte, weiterhin unbedingt notwendig, gestellt zu werden.
Geplant sind die folgenden Vorträge:

07.11.2012 Psychoanalyse des Antisemitismus
Referent: Felix Riedel (Marburg)
Ort: Peter-Weiss-Haus
Beginn: 20:00 Uhr
Hier gehts zur detaillierten Veranstaltungsbeschreibung

24.11.2012 Politische Ökonomie des Antisemitismus
Referent: Stefan Grigat (Wien)
Ort: Universitäts-Campus Ulmenstraße 69, Haus 1, R 022
Beginn: 19:00 Uhr
Hier gehts zur detaillierten Veranstaltungsbeschreibung

27.11.2012 Ein moderner islamischer Antisemitismus? Der Fall Iran
Referentin: Ulrike Marz (Rostock)
Ort: Haus Böll
Beginn: 19:00 Uhr
Hier gehts zur detaillierten Veranstaltungsbeschreibung

Die Veranstaltungsreihe findet statt im Rahmen der bundesweiten Aktionswochen gegen Antisemitismus 2012 der Amadeu Antonio Stiftung.
Uhrzeiten, sowie detaillierte Veranstaltungsbeschreibungen folgen in den nächsten Tagen.

Hier kommt ihr zum Ankündigungs-Flyer der Veranstaltungsreihe:
Flyer

Flüstern und Schreien – und Maul halten

Dieser Text ist eine Reaktion auf das aktuell ausgesprochene Verbot, die neue Ausgabe der Rostocker Zeitschrift „Keep Dancing“ im Rostocker Infoladen „Flüstern & Schreien“ vorerst nicht auslegen und verbreiten zu dürfen. Als einzige Begründung dafür wurde unser Gastbeitrag „Thesen zur radikalen Linken in Rostock und Umgebung“ in eben jenem Heft angeführt. Damit sich jede_r ein komplettes Bild machen kann, haben wir die Thesen heute ebenfalls auf diesem Blog veröffentlicht.

Flüstern und Schreien – und Maul halten

Nachdem der Infoladen „Flüstern & Schreien“ aus Rostock beschlossen hat, die eigenen Räumlichkeiten von kritischen Gedanken rein zu halten und ein Verbot gegen das Verteilen und Auslegen der neuen Ausgabe des Zines „Keep Dancing“ auszusprechen, kann man sich schon fragen, wem dieser Infoladen denn eigentlich gehört. Ist ansonsten immer die Rede von kollektiven linken Orten, Freiräumen für alle1 oder auch von Basisdemokratie und Autonomie, muss auf Grund solcher Ereignisse immer wieder Gegenteiliges festgestellt werden: die Hausmeisterei, die sich an solchen Orten oftmals breit gemacht hat, hat meist nichts mehr mit den selbst gesteckten Ansprüchen, falls es diese jemals ernsthaft gab, zu tun. (mehr…)